2016 09 Spinnen Andreas Henn

 

Das Spinnenprojekt als Geburtstagsgeschenk

Zehn Jahre „Haus der kleinen Forscher“

Viele Ehrengäste feierten in der Villa Elisabeth in Berlin-Mitte. Bayern wurde vom Haus für Familien Mengkofen vertreten.

10 besondere Projekte von Grundschulen und Kindergärten durften als Highlight zum 10. Geburtstag vom „Haus der kleinen Forscher“ in Berlin vorgestellt werden. Den weitesten Weg hatte das „Spinnenprojekt“ vom Kindergarten der Kreuzschwestern aus dem Haus für Familien in Mengkofen.

Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen und Forschungsinhalten der kleinen Arachnologen.

Die Kinder hatten ihre Forschungsergebnisse in Bastel- und Werkarbeiten dokumentiert, die in Teilen ausgestellt wurden.

 „Igitt, wir brauchen einen Staubsauger“, riefen einige Kinder, als sie in ihrer Kita eine Spinne entdeckten. Andere schlugen vor: „Bauen wir ihr doch ein Haus“. Als sich alle ein wenig beruhigt hatten, kamen viele Fragen auf: „Wo wohnen Spinnen? Wieso klebt die Fliege im Netz fest und die Spinne nicht? Wieso haben sie acht Beine?“ Mit Lupen und Fotoapparaten gingen die Kinder in Haus, Wald und Wiese auf Spinnensafari. Unterschiedliche Netzarten wie die Rad-oder Trichternetz wurden mit der Lupe  untersucht. Wie dick sind Spinnenfäden, wie weit kann man sie dehnen und wie belastbar sind sie. Ihre praktischen Erfahrungen ergänzten die kleinen Spinnenforscher außerdem durch Literatur- und Internetrecherche. Ziel des Projekts war es, das Lebewesen Spinne in all seiner Vielseitigkeit kennen und schätzen zu lernen – von der Kunst im Netz Bau bis hin zu den raffinierten Fangtechniken.

Die Mädchen und Jungen staunten, wie oft der Mensch sich die Spinne zum Vorbild nimmt: in der Medizin oder auch beim Bau. Sie dokumentierten ihre Erlebnisse in Bastel- und Werkarbeiten, die nun in Berlin in Teilen ausgestellt wurden.

Das größte Erlebnis aber hatten die Kinder bei den Naturbetrachtungen. So wurden verschiedenste Spinnenarten gefangen und genau unter die Lupe und das Mikroskop genommen. Dabei erwiesen sich die Kinder als sensibel und achtsam im Umgang mit diesem faszinierenden Lebewesen. Besonders begeistert waren die Kinder von der „Spinne Bärbl“. Diesen Namen hatten die Kinder der mexikanischen Rotknievogelspinne gegeben, die als Leihgabe der Schule das Haus für Familien einige Tage besuchen durfte. Eine besonders faszinierende Beobachtungsmöglichkeit, die von den Vorschulkindern bis zu den Krippenkindern wahrgenommen wurde. Pünktlich zum Jubiläum in Berlin häutete sich die Vogelspinne, so dass die Erzieherinnen vom Haus für Familien, die als Ehrengäste geladen waren, auch ein Stück „echte Bärbl“ mit nach Berlin nehmen konnten.

Spinnen! Das ist kein alltägliches Projekt. Denn während alle Kinder vorurteilslos mit diesem Thema umgingen, hatten einige Pädagogen und auch Eltern durchaus anfängliche Berührungsängste. Doch der Umgang mit dieser einmaligen Tierart und die Begeisterung der Kinder während der naturwissenschaftlichen Projektarbeit liesen alle Ängste und Vorbehalte schnell hinter sich.

Das Haus für Familien in Mengkofen, war die erste Einrichtung im Landkreis Dingolfing/Landau, die sich als „Haus der kleinen Forscher“ zertifizieren lies.

Die gemeinnützige Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ engagiert sich seit 2006 für eine bessere Bildung von Mädchen und Jungen im Kita- und Grundschulalter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Mit einem bundesweiten Fortbildungsprogramm unterstützt das „Haus der kleinen Forscher“ pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei, den Entdeckergeist von Kindern zu fördern und sie qualifiziert beim Forschen zu begleiten. Die Bildungsinitiative leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung von Bildungschancen, zur Nachwuchsförderung im MINT-Bereich und zur Professionalisierung des pädagogischen Personals. Partner der Stiftung sind die Helmholtz-Gemeinschaft, die Siemens Stiftung, die Dietmar Hopp Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung. Gefördert wird sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das lokale Netzwerk Dingolfing- Landau engagiert sich im Rahmen der bundesweiten Initiative der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ für die Bildung von Mädchen und Jungen im Kita-Alter in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Das Netzwerk bietet kontinuierlich Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte an.

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