2017 07 Brandschutz(5)

Feuerwehr evakuiert Kindergarten in Mengkofen

Rauchentwicklung im „Haus für Familien“ – Zwei Löschfahrzeuge rückten aus.

Brennende Kerzen auf dem Geburtstagskuchen, entflammbare Zündhölzer und knisterndes Kaminfeuer – Feuer zieht Kinder magisch an. Doch Spielen darf man damit nicht. Das könnte brandgefährlich werden. Und wenn es dann doch einmal brennt? Dann ab zum Telefon: Die Feuerwehr hilft dir in der Not! Diese Erfahrung haben am vergangenen Freitag auch die Mädchen und Buben des Mengkofener Klosterkindergartens „Haus für Familien“ gemacht. Da sich im Gebäude starker Rauch entwickelt hat, alarmierten die Kinder die Rettungsleitstelle. Zwei Löschfahrzeuge mit 19 Mann rückten daraufhin aus und brachten die Mädchen und Buben in Sicherheit – zum Glück nur bei einer Übung der FFW Mengkofen.

Dicke Luft im Kindergarten: Wo sonst die Krippenkinder spielen und lachen, dringt Rauch heraus. So stark, dass man kaum noch die eigene Hand vor dem Gesicht sehen kann. Im vorderen Gebäudeteil ist es mucksmäuschenstill. Alle Kindergartenkinder haben den Rauch bemerkt, haben sich hier in einer rauchfreien Ecke versammelt, sitzen auf dem Boden und bewahren Ruhe. So, wie sie es bei der Brandschutzerziehung von ihren Erzieherinnen gelernt haben. Manchen sieht man die Aufregung an der Nasenspitze an, andere bleiben cool und wissen sofort, was die nächsten Schritte sind. Die Notrufnummer aber haben sie alle im Kopf, ob groß oder klein. „Und brauchst du mal die Feuerwehr, wähl 112, dann kommt sie her“, heißt es in dem Feuerwehrlied, dass alle die vergangene Woche fleißig geübt haben. Doch in der Theorie klingt manches kinderleicht. Deshalb ist es Leiterin Manuela Drexler wichtig, dass es nicht nur bei grauer Theorie bleibt. Erzieherin Sabine Dahlke überlässt den Kindern deshalb das Telefon. Souverän wählt ein Vorschulkind die 112, alle anderen dürfen über Lautsprecher mithören. Was folgt, ist ein vorbildlich abgesetzter Notruf: Wer ruft an? Was ist passiert? Wo? Wie viele Kinder sind betroffen? Warten auf Rückfragen. Und dann heißt es warten, aber nicht lange. Wenige Minuten später rückt die Feuerwehr mit Blaulicht und lautem Getöse an, 19 Männer in Schutzanzug, Helm und Atemmaske stürmen den Kindergarten und evakuieren die Mädchen und Buben in Windeseile. Auch die vier Kinder, die sich nahe des „Brandherdes“ (Rauchbombe) befinden und sich vor der Feuerwehr (auf deren Bitte vorab) versteckt haben, sind schnell geborgen. Ein rundum gelungener Einsatz. Zufriedene Gesichter auf beiden Seiten.

Mit diesem Einsatz setzte die FFW Mengkofen – Kreisbrandmeister Christian Schmidt war mit 18 Mann in den Gruppenlöschfahrzeugen LF 16 und LF 10 ausgerückt – einen fulminanten Schlussstrich unter ein Kindergartenprojekt, das bei Mädchen und Buben gleichermaßen gut ankam. Wie verhalte ich mich im Brandfall? Wie alarmiere ich die Feuerwehr? Zwei Fragen, die Leben retten und laut Kreisbrandmeister Schmidt auch schon für Kindergartenkinder elementar sein können. „Uns ist dieses gemeinsame Projekt mit dem Kindergarten sehr wichtig. Sie sollen wissen, dass sie uns vertrauen können und wir ihnen in der Not helfen.“ Gerade diese grundlegende Erfahrung sei im Ernstfall lebensentscheidend. „Wir wissen leider aus der Vergangenheit, dass sich Kinder im Ernstfall vor uns verstecken, weil ihnen unsere Anzüge, Helme und Atemmasken schreckliche Angst einjagen.“ Deshalb sei er auch sehr dankbar, dass die FFW im „Haus für Familien“ seit 2003 im dreijährigen Turnus gern gesehener Gast sei und den Kleinen in Ruhe erklären könne, was die Feuerwehr genau mache, wie man sie alarmiere und warum die Männer dick eingepackt und mit Atemmaske verkleidet in ein Gebäude stürmen. Dafür hatten sich Schmidt und sein Kollege Franz Bindhammer einen Vormittag lang Zeit genommen, um den Kindergartenkindern in Ruhe die Feuerwehrausrüstung zu erklären und vorzuführen. Wer mutig war, durfte selbst in die Feuerwehrjacke schlüpfen oder die Atemmaske anprobieren. Spielerisch wurden die Mädchen und Buben so an ein ernstes Thema herangeführt und Ängste abgebaut.

Auch das Kindergartenteam schulte ihre Schützlinge für die Feuerwehrübung. Hier wurde nicht nur das richtige Verhalten im Ernstfall wiederholt und eingeübt, sondern auch naturwissenschaftliche Experimente mit Feuer durchgeführt, sich kreativ mit Bastelschere und Malpinsel dem Thema angenähert und erklärt, wie man richtig mit Zündmitteln und Feuer umgeht. „Kinder sollten wissen, was sie im Ernstfall tun können. Noch besser aber ist es, wenn es erst gar nicht soweit kommt“, so Dahlke. Deshalb sei es dem Kindergartenteam sehr wichtig, dass die Mädchen und Buben den verantwortungsvollen Umgang mit Feuer lernen. „Dafür aber muss ich wissen, wie Feuer entstehen kann, zum Beispiel durch Reibung, Blitz, Funken schlagen oder durch gebündelte Sonnenstrahlen. Ich sollte aber auch die Situation einschätzen lernen: Wann ist Feuer für den Menschen nützlich, wann wird es gefährlich?“ All das haben die Mädchen und Buben beim Brandschutzprojekt gelernt. Und als Dank für die gute Zusammenarbeit und die vorbildliche Evakuierung lud der Kindergarten seine Retter in der Not zu einem stilechten Feuerwehr-Abschlussfest und auf eine Brotzeit ein. Serviert wurde – na klar – eine leckere Feuerwehrsuppe (Tomatensuppe).

Claudia Rothhammer

 

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