Kreuzschwestern Bayern

Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Kreuz

Fachtag: Familien mit psychisch belasteten Eltern

Von der Bindungssensibilität zur Bindungskompetenz
Kinder psychisch kranker Eltern im Spannungsfeld zwischen Familie, KiTa, Schule und Therapie

Freitag, 23. Oktober 2020, 8.30-16.00 Uhr, Kreuzkloster Gemünden

Das Gesundheitswesen, die Jugendhilfe und die Bildungsinstitutionen (KiTa und Schule) werden zunehmend von Familien in Anspruch genommen, die sich in Multiproblemlagen befinden. Eltern mit psychischen Belastungen, vor allem mit traumatischen Erfahrungen in den frühen Lebensphasen, begegnen uns in diesen Systemen immer häufiger. Diese Eltern sind in ihrer Kontaktfähigkeit nachhaltig beeinträchtigt, hinzu kommen Störungen der Stressregulation, der Mentalisierung und der Identitätsbildung. Aufgrund des defizitären Fürsorgeverhaltens ihrer Eltern sind diese Kinder dabei besonderen Gefährdungen ausgesetzt und entwickeln häufig spezifische Bindungsmuster, die in den Einrichtungen als störende und unverständliche Verhaltensweisen wahrgenommen werden. 

Im ersten Teil des Fachtages werden die daraus abzuleitenden Auswirkungen auf das elterliche Fürsorge- und Erziehungsverhalten, d.h. auf die Feinfühligkeit gegenüber den kindlichen Bedürfnissignalen und die Fähigkeit zu Schutz, Strukturbildung und Wertevermittlung dargestellt. Daneben werden Beobachtungskriterien zur Einschätzung der Belastung der kindlichen Bindungsentwicklung beschrieben. 

Um dem komplexen Unterstützungsbedarf der Familien, den präventiven Handlungsnotwendigkeiten und dem Kinderschutz gleichermaßen gerecht werden zu können, ist eine enge Zusammenarbeit von Jugendhilfe, Gesundheitswesen sowie Kindertagesstätten und Schulen unabdingbar. 

Im zweiten Teil werden die individuellen und institutionellen Rahmenbedingungen dargestellt, die es ermöglichen, die Familien nachhaltig zu entlasten, das Fürsorgeverhalten der Eltern zu verbessern und die bei allen Familienmitgliedern beobachteten Handlungen als entwicklungslogische Überlebensstrategien zu verstehen. Der einvernehmliche Kontakt mit den Eltern kann dabei nur dann über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden, wenn es gelingt, den zu erwartenden Irritationen im Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle nachhaltig entgegenzuwirken. Es werden Methoden der vertrauensbildenden Beziehungsgestaltung zu den Eltern vorgestellt.

Kosten:

60,- €      inkl. Mittagessen, Kaffee und Pausenverpflegung
40.- €      für Studenten, Auszubildende usw.

Referent:

Dr. med. Michael HippDr. med. Michael Hipp
Arzt für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie,
Ehem. Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes Hilden, Kreisgesundheitsamt Mettmann,
Mitbegründer des Förderkreises KIPKEL, Prävention für Kinder psychisch kranker Eltern, Initiator der Kooperationsvereinbarung zwischen den Institutionen der Erwachsenenpsychiatrie und der Jugendhilfe im Kreis Mettmann.


Geplanter Ablauf:
ab 08.30 Uhr   Anmeldung und Begrüßungskaffee
09.00 Uhr         Fachvortrag Teil 1 (mit Kaffeepause)
12.30 Uhr         Mittagspause
13.30 Uhr         Fachvortrag Teil 2 (mit Kaffeepause)
16.00 Uhr         Ende der Veranstaltung 


Anmeldung:

Hier können Sie sioch das Anmeldeformular herunterladen, ausfüllen und uns per Post oder per Fax zusenden. Gerne können Sie uns Ihre Anmeldung mit den notwendigen Daten auch telefonisch (0 93 51 / 805-0) oder per E-Mail zukommen lassen.